Autorentag : Autoreninterview Kerstin Barth

Uih, schön,dass Du wieder bist.

Teil 2 von dem Autorentag ist ein Interview mit Kerstin. Schaut mal, was sie alles verrät.

Herzlich willkommen Kerstin.

Ich freue mich, dass Du Dich bereit erklärt hast, an einem Interview für die Leseschnecken teilzunehmen.

Dies ist im Rahmen des Blogtages über Dein neues Buch: „Holly und die Sache mit den Wünschen“.

Ich hoffe, ich darf bei dem Du bleiben?

Liebe Steffy, zunächst einmal herzlichen Dank, dass ich mein Buch, und natürlich mich, den Leseschnecken (süßer Name) vorstellen darf. Duzen finde ich toll, sonst komme ich mir uralt vor.

Das ist übrigens mein allererstes Interview und ich bin ziemlich aufgeregt.

Wann hast Du mit dem Schreiben allgemein angefangen?

 Schulaufsätze habe ich geliebt, ansonsten war ich mehr der Typ, der viel (sehr viel) gelesen hat. Meine Wünsche zu den Geburtstagen und zu Weihnachten waren immer Bücher, gerne auch richtige Klassiker von Victor Hugo, Jules Verne und Alexandre Dumas. In all den Jahren habe ich vielleicht fünf schlechte Kurzgeschichten geschrieben, was nichts im Vergleich zu den gelesenen Büchern ist.

 Ist dies Dein erstes Buch, welches Du herausgebracht hast? Woher stammt die Idee für dieses Buch?

„Holly und die Sache mit dem Wünschen“ ist tatsächlich mein Debütroman und ich bin mega stolz, dass ich es geschafft habe, einen ganzen Roman zu schreiben. Ich hatte nie geplant, Autorin zu sein, lieber gab ich als Lektorin anderen die Tipps, wie sie ihre Werke verbessern könnten. Mein Mann war der eigentliche „Übeltäter“, er meinte, ich wäre so gut, dass ich es doch versuchen sollte. Und da er selbst Thriller schreibt, lag es für mich nahe, ein komplett gegenteiliges Genre zu nehmen.

Die Idee zu Holly entstand eigentlich bei einem meiner Lieblingsfilme, den ich mir gerne und immer wieder anschaue, wenn ich etwas fürs Herz brauche. „Midnight in Paris“ spricht so viele Seiten in mir an und gibt mir immer ein positives Gefühl, dass ich mir dachte, so ein Buch möchte ich schreiben. Es soll romantisch sein, der Seele guttun, ein paar kleinere Weisheiten enthalten (präsentiert durch die von allen geliebte Oma Yoda) und meiner Liebe zu Paris Ausdruck verleihen. Diese Stadt habe ich übrigens noch nie persönlich besucht, alles ist nur durch diesen fantastischen Film entstanden. Mein Mann und ich sind uns jedoch einig, das unbedingt nachzuholen.

Von Beginn an stand für mich fest, dass es drei Teile plus ein Weihnachtsspecial von Holly geben wird. In jedem Roman wird ein Teil, eine Facette von Hollys Leben beschrieben. Im ersten war es der Wunsch nach dem Traummann und die Erfüllung dieses Wunsches. Für mich war dabei klar, dass ich erotische Szenen auslasse. Diese wird man also vergeblich suchen. Ob ich im zweiten ein paar einbauen werde, bin ich mir noch nicht sicher, aber heiß wird es dennoch, denn schließlich geht es um die Liebe.

 Kannst Du uns etwas über Dein Schreiben erzählen? Schreibst Du daheim am Schreibtisch oder wo? Mit Computer oder auf einem Block?

Das ist alles sehr unspektakulär. In unserem Wohnzimmer haben wir vor dem Fenster eine große Schreibtischecke mit zwei Arbeitsplätzen. Ein kleines Eckchen gehört meinem Mann und die restliche Arbeitsfläche habe ich ihn Beschlag genommen – mit Papierkram, Drucker, Tastatur etc. – sehr zum Leidwesen meines Mannes, denn ich bin alles andere als ordentlich.

Da ich mit meinen zehn Fingern sehr schnell tippen kann und auch noch die richtigen Buchstaben blind treffe (ich hatte das mal gelernt), schreibe ich alles am PC. Ich habe zwei Monitore – auf dem einen ist mein Dokument geöffnet und den anderen benutze ich zum Beispiel für Recherche.

Wie sieht ein typischer Alltag bei Dir aus?

 Ach herrje, der ist relativ langweilig, leider. Meist stehe ich um 6.00 Uhr morgens auf und wecke meine Kinder, mache ihnen Brote und brauche mindestens vier Tassen Kaffee, um in den Tag zu starten. Kaffee aus meiner geliebten Senseo ist übrigens mein Lebenselixier – ohne geht nicht.

Im Laufe des Vormittags beginne ich dann mit meiner Lektoratsarbeit (meist bis in die späten Abendstunden). Selbstverständlich sitze ich nicht den ganzen Tag ununterbrochen am Schreibtisch, die Familie und unser Hündchen Lotte fordern auch ihre Rechte ein.

Irgendwann abends, wenn nichts mehr geht oder es bereits wieder kurz vor zehn ist, mache ich den Computer aus und genieße den restlichen Abend mit meinem Mann. Da wir beide Film- und Serienjunkies sind, verbringen wir die letzten zwei bis drei Stunden des Tages zum Abschalten gern gemeinsam auf der Couch.

Wie lange hast Du an diesem Buch geschrieben? Von Beginn der Idee bis zum Veröffentlichen?

 Von der Idee im Jahr 2017 bis zum Beginn des Schreibens dauerte es ein paar Monate. Zum einen fehlte mir permanent die Zeit dazu und zum anderen glaubte ich nicht, dass ich jemals einen Roman beenden könnte. Ich hatte „meine“ Autoren, besonders auch meinen Mann, für die Ideen und Ausdauer, bis das Wörtchen „Ende“ geschrieben wird, immer bewundert. Das Schreiben des Buches ging dann sehr schnell. Ich nutzte die Zeit zwischen zwei Lektoraten, um es zu Papier zu bringen – ich glaube, es waren nicht mal drei Wochen. Dann ging es noch an Testleser und wurde ein letztes Mal überarbeitet, bis ich es veröffentlichte.

Wie war das Gefühl, als Du Dein erstes Buch veröffentlicht hast?

 Das Gefühl ist unbeschreiblich. Zunächst einmal war und bin ich sehr überzeugt von dem Buch, was ich nicht gedacht hätte, da ich äußerst kritisch und zuweilen pingelig bin. Als ich es dann bei BoD und Amazon zum Druck bzw. zum Veröffentlichen freigegeben habe, begann das stündliche Nachschauen, ob es denn schon freigeschaltet wurde. Tja und dann kam das große Zittern: Wird es gekauft? Wie viele werden es kaufen? Wird meine Holly den Lesern gefallen? Wie werden die ersten Rezensionen ausfallen? Ich hätte niemals geglaubt, dass es für mich so eine Nerven aufreibende Zeit wird, da ich sonst eher der gelassene Typ bin. Und natürlich sind da die Erwartungen. Man möchte sein Baby auf den vorderen Plätzen sehen, was bei der Vielzahl der Bücher nicht einfach ist. Diese haben sich bisher noch nicht erfüllt, aber was nicht ist …

Was bedeuten Blogger für Dich?

 Ich habe in den vergangenen Jahren viele tolle Blogger kennengelernt und es haben sich auch Freundschaften entwickelt. Jeder einzelne Blogger ist für uns Autoren enorm wichtig, denn durch sie erfahren Leser von unseren Büchern. Testleser und Blogger sind für mich persönlich der TÜV meines Werkes. Vor Veröffentlichung geben sie wertvolle Tipps und Hinweise, begutachten kritisch den Roman aus Leseraugen. Und nach der Veröffentlichung helfen sie, dass das Buch bekannter wird. Eigenwerbung ist wichtig, wird aber oftmals nicht so gern in den Gruppen gesehen. Durch die Blogger jedoch wird über das Buch gesprochen. Und eine wichtige Sache darf man auch nicht außer Acht lassen: Jede veröffentlichte Rezension ist eine Entscheidungshilfe für potenzielle Leser. Daher bin ich dankbar für jeden Blogger, der die Werke meines Mannes oder von mir lesen möchte. Wir freuen uns über jede Anfrage und spendieren auch gern für das eine oder andere Gewinnspiel ein E-Book, Taschenbuch oder Goodies.

An der Stelle möchte ich mich herzlich für eure tolle Arbeit bedanken. Schön, dass es euch gibt.

 Jetzt hab ich noch ein paar private Fragen:

Welches Parfüm trägst Du am liebsten?

 Ich bin da sehr pflegeleicht, es muss einfach gut riechen. Derzeit nehme ich Wish von Chopard. Wenn ich mir eines wünschen könnte, wäre es »Idole« von Giorgio Armani.

 Was für 3 Dinge würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?

 Nur drei? Ernsthaft? Da meine Familie Personen und keine Dinge sind, muss ich mir darüber keine Gedanken machen. Ich werde dann alles Nötige unter ihnen aufteilen, sodass jeder nur drei Dinge mitnehmen muss.

Ich entscheide mich für eine Decke (brauche es kuschlig), ein Messer (Verteidigung ist nicht nötig, wenn die Insel einsam ist, aber vielleicht muss man etwas schneiden, schnitzen, abwehren) und ein Buch über das Überleben in der Wildnis (ich hoffe, dort steht dann alles drin, was ich jemals brauchen könnte).

 Welches ist Dein absolutes Lieblingsbuch?

 Das ist auch eine sehr schwierige Frage. Ich kann mich nicht für ein einziges entscheiden, dazu gibt es viel zu viele gute Bücher. Großartig fand ich zum Beispiel „Die Seiten der Welt“. Diese Reihe ist eine Liebeserklärung an alle Bücher und einfach nur fantastisch geschrieben. Die Harry-Potter-Reihe begeistert mich immer wieder aufs Neue. Was Frau Rowling da fabriziert hat, gab es so noch niemals zuvor. Ihre Kreativität und auch ihr wirtschaftliches Geschick hätte ich sehr gern. Und dann ist da noch „Die Geisterclique von St. Josephine“. Dieses Buch hat mich tief im Herzen berührt und es ist sehr schwer, es von seinem Thron zu stoßen.

 Hörst Du beim Schreiben Musik? Wenn ja, welche?

 Mein Mann bedauert es immer wieder, dass ich so wenig musikalisch bin. Außer im Auto brauche ich nur selten Musik. Mir liegt mehr die Stille, besonders beim Schreiben, aber auch zu anderen Zeiten.

Wenn ich doch mal welche höre, ist mein Geschmack weit gefächert. Man könnte sagen, alles, außer Schlager und Heimatmusik.

 Hast Du schon ein neues Projekt in Planung? Verrätst Du uns schon was darüber?

 Also in diesem Jahr habe ich sogar noch zwei Projekte geplant, die sich ausschließlich um Holly drehen. Ich hoffe, dass ich bis September „Holly und die Sache mit der Liebe“ fertig habe und um die Weihnachtszeit „Zauberhafte Weihnachten mit Holly“. Der dritte Teil, „Holly und die Sache mit den Babys“ (vorläufiger Titel), ist für nächstes Jahr geplant.

Außerdem spukt mir seit mehreren Jahren eine Geschichte im Kopf herum, die ich gerne schreiben würde. Es ist eine Art Zeitreise, aber nicht im eigentlichen Sinne, – also geht mehr in den Fantasybereich. Mal sehen, ob ich diese Geschichte im nächsten Jahr zu Papier bringen kann.

Zum Schluss: Beschreibe Dich bitte mit 3 Worten.

Ehrlich, kritisch, familiär.

(Und außerdem … lach, es gibt so viele Facetten.)

Schade, schon vorbei? Daran könnte ich mich gewöhnen. Ich danke dir von Herzen, dass du mir diese Vorstellung ermöglicht hast. Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir Kerstin und wünsche Dir viel Erfolg weiterhin.

Hier findet ihr die Lesung zu dem Buch “Holly-und die Sache mit dem Wünschen”

4 Replies to “Autorentag : Autoreninterview Kerstin Barth”

  1. Hallo Steffy
    Sehr schön euer Interview und sie hat Recht durch deinen Blogg bin ich erst auf dieses Buch aufmerksam geworden, welches ich mir definitv kaufen werde. Lg Susanne

  2. Pingback: Autorentag mit Kertin Barth – leseschnecke-steffy.com

  3. Hallo Steffy,
    dem vorangegangenen Kommentar schließe ich mich an: Dieses Interview ist sehr schön und herzlich und es ist mehr als offensichtlich, wie sehr ihr beide Bücher und das “Drumherum” liebt. Ich werde auf jeden Fall diese Lesung (und weitere) anhören, denn diese Variante des Hineinschnüffelns hab’ ich jetzt definitiv für mich entdeckt!
    Ganz liebe Grüße, Kerstin 🙂

    • Vielen Dank für Deine Worte Kerstin. Ja, ich finde auch,dass es eine tolle Sache ist, um zu horchen, ob das Buch etwas für einen ist.
      Mir macht es auch noch ganz viel Spaß, obwohl ich nun schon einige “solcher” Leseproben vorgelesen habe.
      lg Steffy

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